Früherkennung
Ein schmerzender Rücken oder chronisch schmerzende Gelenke sind nicht immer eine harmlose  Alterserscheinung, die einfach hingenommen werden sollte, sondern können auch ein ernsthaftes Warnsignal darstellen. Oft stecken degenerative und entzündliche Prozesse hinter diesen Symptomen, die einer möglichst frühen Behandlung bedürfen, um keinen Teufelskreis mit immer schlimmer werdenden Beschwerden entstehen zu lassen: Aus Schmerz entsteht Muskelverspannung – asu Muskelverspannung entsteht erneut Schmerz. Gleichzeitig ist es aber auch notwendig, die Ursachen der Symptome zu kennen, damit die Schmerzen nach erfolgreicher Behandlung nicht sofort wieder aufflammen.

Fehlbelastung
Ob am Schreibtisch, in der industriellen Produktion oder auch im Handwerk – durch zunehmende Spezialisierung der Arbeitskraft werden die täglichen Abläufe mehr und mehr stereotyp und einseitig. Dadurch kommt es häufig zu einer einseitigen Fehlbelastung, sei es der „Mausarm“ oder der „Hohlrundrücken“ durch falsches und zu langes Sitzen, oder Gelenkschmerzen durch Arbeiten mit einem Presslufthammer oder Knieprobleme bei Fließenlegern, um nur einige zu nennen. Um den durch Fehlbelastung entstehenden Schmerzen entgegenzuwirken, sollten Ausgleichsbewegungen und entspannende Übungen regelmäßig entgegengesetzt werden.

Überlastung
Normalerweise sind unsere Gelenke über Gelenkflüssigkeit und Knorpelschicht optimal „geschmiert“ und bewegen sich nahezu reibungsfrei. Allerdings ist dabei der passive Bewegungsapparat immer auf die ausreichende Unterstützung der Muskulatur angewiesen. Nur mit muskulärer Absicherung können Spitzenbelastungen, beispielsweise am Schultergelenk, entsprechend kompensiert werden. Durch zu wenig Bewegung im Alltag wird aber der Körper oft anfällig gegenüber schnellkräftigen, ruckartigen Belastungen oder auch bei lang anhaltenden, ermüdenden Tätigkeiten. Die ermüdete oder zu schwache Muskulatur dämpft nicht mehr genügend und die Bewegungen schlagen voll auf das Gelenk durch. Hoher Abrieb und entzündliche Prozesse sind oft die Folge. Um solche Situation zu vermeiden, gilt es, den Körper durch gezielte isometrische Haltearbeit ausreichend zu trainieren.

Entgleisung Immunsystem
Rheumatische Erkrankungen können auch aus einer Entgleisung des Immunsystems entstehen. Hier richtet sich das körpereigene Abwehrsystem gegen die eigenen Oberflächen der Gelenke oder gegen Muskeln, Sehnen und benachbarte Gewebe. Die Folge aus dieser Irritation des Immunsystems sind chronische oder in Schüben verlaufende Schmerzzustände. Verständlich ist dabei, dass der Betroffene zunächst versucht, diesem Schmerz durch Schonhaltung auszuweichen. Allerdings sind Knorpelgewebe und Muskulatur auf ausreichende Bewegung angewiesen, um entsprechend mit Nährstoffen versorgt zu werden. Deshalb gilt es auch bei rheumatischen Erkrankungen, für schonende Bewegung ohne oder mit wenig Belastung zu sorgen.

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Bewegungsübungen

Übung 1 für die Hüfte
Legen Sie sich mit dem Rücken auf eine bequeme Unterlage. Stellen Sie ein Bein an und legen Sie das andere Bein auf dem angestellten Bein ab.

Fassen Sie nun mit der Hand das Kniegelenk des abgelegten Beines und ziehen Sie es vorsichtig und langsam nach vorne. Anschließend führen Sie das Bein wieder zurück. Wiederholen Sie die Übung im Wechsel mit dem anderen Bein zehnmal, danach die Übung 2.

Übung 2 für die Beinmuskulatur und das Kniegelenk
Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl und ziehen Sie die Zehen leicht nach oben. Strecken Sie nun den Unterschenkel langsam nach oben, bis Sie ein leichtes Ziehen spüren und halten Sie diese Position für ca. 10 Sekunden. Wiederholen Sie die Übung im Wechsel mit dem anderen Bein zehnmal.