Von der Klostermedizin zum H&S Arzneitee in der Apotheke
Wie schwierig es in früheren Jahrhunderten gewesen sein muss im Falle einer Erkrankung medizinische Hilfe und ein wirksames Heilmittel zur Linderung der Beschwerden zu erhalten lässt sich für uns heute nur erahnen. Über Jahrhunderte hinweg wurden Kenntnisse über pflanzliche Heilmittel mündlich und praktisch weitergegeben, vom Erfahrenen an den Unkundigen.

Wichtig für die Verbreitung von Heilkräuterwissen im Mittelalter war die Praxis der Klostermedizin, da in Klosterhospitälern (lat. hospitalis, gastfreundlich) Kranke aufgenommen und gepflegt wurden. Der alemannische Benediktinermönch Walafried Strabo (der Schielende, griechisch στραβισμός strabismós) der von 838 bis 849 als Abt dem Kloster auf der Insel Reichenau im Bodensee vorstand, verfasste den “Hortulus“, ein bedeutendes Buch in Versform über das Anlegen eines Klostergartens mit den für die Klostermedizin besonders wichtigen Heilpflanzen. Hildegard von Bingen (1098–1179) war nicht nur eine fromme und von Mystik durchdrungene Benediktinerin, sondern eine für die damalige Zeit außergewöhnlich gebildete und an der sie umgebenden Natur sehr interessierte Klosterfrau. Sie beschrieb in einem medizinischen Buch, dem “Liber compositae medicinae, Causae et curae“, zahlreiche verwendbare Heilpflanzen und ihre Anwendung.

Mühsam mit der Hand geschriebene heilkundliche Texte standen im Mittelalter jedoch nur wenigen Gelehrten zur Verfügung. Oft waren es lese- und schriftkundige Mönche oder Nonnen in Klöstern, die im Skriptorium die ursprünglich verfassten Texte kopierten, also Zeile für Zeile sorgfältig mit Tinte auf Pergamentbögen abschrieben. Handschriftliche Bücher waren hoch begehrte Kostbarkeiten, auch weil üblicherweise Büchermaler noch den Rand der einzelnen Blätter zusätzlich mit Ornamenten verzierten und die Initialen jedes Kapitels kunstvoll mit Ranken hervorhoben.

Im Mittelalter entstanden aus Klosterschulen hervorgehende weltliche Medizinschulen, wie die Schule von Salerno in Süditalien im 10. Jahrhundert, die als älteste Universität der Welt gilt. Wissen wurde -wortwörtlich- in Vorlesungen und durch gelehrte Erläuterungen der Magister an die Scholaren vermittelt.

Textseiten über Heilpflanzen wurden im späten Mittelalter nicht mehr nur handschriftlich verfasst, sondern auch im Holzdruckverfahren mit geschnitzten Druckstöcken hergestellt. Die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern und wunderschönen Pflanzenzeichnungen löste dann ab dem 16. Jahrhundert eine wahre Wissensrevolution aus, weil nun geeignete Heilpflanzen über die Register der von Ärzten und Apothekern verfassten Kräuterbücher nachgeschlagen werden konnten. Die Register führten nicht nur Heilkräuter in alphabetischer Reihenfolge auf, sondern waren auch nach Krankheitssymptomen „a capite ad calcem“, folglich „von Kopf bis Fuss“ geordnet. Man staunt, wenn man sich diese Kräuterbücher ansieht. Die damaligen Ärzte und Apotheker verfügten über eine genaue Beobachtungsgabe und beschrieben detailliert Standort, Wirkung, Zubereitung und Anwendungen der Drogen.

Lose H&S Arzneitees in Dosenverpackung
Obwohl heute in einem zeitgemäßen Zulassungs- bzw. Registrierungsverfahren die Wirksamkeit eines pflanzlichen Arzneimittels über eine langjährige, traditionelle Anwendung belegt werden kann, muss immer auch die Qualität und Unbedenklichkeit der pflanzlichen Wirkstoffe nachgewiesen und vom Hersteller für jede abgefüllte Arzneitee-Packung gewährleistet werden. Die abgefüllten Arzneikräuter weisen Arzneibuchqualität auf, die man riechen, sehen und schmecken kann. Das H&S-Sortiment Selection verbindet die lange und bewährte Tradition der Gewinnung und Zubereitung von Teeaufgüssen aus sorgfältig ausgesuchten Arzneipflanzen mit den heute geltenden, hohen Ansprüchen an die Arzneimittel-sicherheit.



Ihr H&S Apotheken-Team

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