Wer annimmt, dass die Obstipation (chronische Stuhlverstopfung) eine durch moderne Ernährung und Lebensweise hervorgerufene Zivilisationskrankheit darstellt, würde staunen, wenn er in alten Kräuterbüchern liest. Denn bereits in Antike und Mittelalter wurden zahlreiche pflanzliche Arzneien mit abführender Wirkung beschrieben. Auf die regelmäßige Verdauung legten die Menschen in der Vergangenheit außerordentlich großen Wert, weil sie glaubten,vermeintlich „schädliche Materie“ so rasch wie möglich aus dem Körper ausleiten zu müssen. Inzwischen weiß man, dass es nicht gesundheitsgefährdend ist, wenn der wortwörtliche „Gang zum Stuhl“ nicht täglich erfolgt, sondern vielleicht auch einmal zwei oder drei Tage auf sich warten lässt. Toilettenstühle sind heute nur noch in der Kranken- und Altenpflege gebräuchliche Möbelstücke, während sie in früheren Zeiten - vor der segensreichen Erfindung von WC (englisch: water closet), Kanalisation und Kläranlage - je nach Stand und Status in schlichter oder eleganter Ausführung das Schlafzimmer oder einen verschwiegenen, abgetrennten Raum, ein „Chambre séparée“, zierten. Manchmal behalf man sich einfach mit einem Nachttopf, der gelegentlich auch „Nachthafen“ oder „Potschamperl“ (französisch: „pot de chambre“) genannt wurde.

Wie bei vielen Funktionsstörungen des menschlichen Organismus gibt es verschiedene Ursachen für eine Obstipation. Diese kann durch Schilddrüsenunterfunktion oder eine Darmerkrankung ausgelöst werden, die der ärztlichen Behandlung bedürfen, oder auf die Nebenwirkung einiger Medikamente zurückzuführen sein, beispielsweise starke Schmerzmittel. Opiumtinktur wurde früher nicht nur gegen Schmerzen, sondern wegen ihrer obstipierenden (verstopfenden) Wirkunghäufig auch bei starkem Durchfall verordnet. Manchmal tritt eine unangenehme Verstopfung nur vorübergehend auf, beispielsweise in hormonellen Umstellungsphasen wie einer Schwangerschaft oder bei Reisen mit verändertem Rhythmus,sowie in Phasen großer Anspannung mit Stress und Zeitdruck.

Häufig kann schon die Umstellung von Lebensgewohnheiten mit weniger Hektik, größeren Trinkmengen, mehr Bewegung und ballaststoffreicher Ernährung Besserung bringen. Wenn dies nicht ausreicht, die Verdauung in Schwung zu bringen, kann man versuchen mit herb schmeckender Rhabarberwurzel oder leicht bitterer Faulbaumrindeden trägen Darm zu mehr Bewegung anzuregen. Sehr bewährt haben sich Sennesblätter und Sennesfrüchte, wie sie in H&S-Arzneitees Verwendung finden, weil sie nicht nur abführen, sondern auch einen unaufdringlichen,milden Geschmack aufweisen, zumal noch andere Drogen wie Kümmelfrüchte oder Himbeerblätter zugesetzt sind. Sennesdrogen enthalten als Inhaltsstoffe Anthraglykoside. Nach der enzymatischen Abspaltung des Zuckerrestesim Dickdarm verhindern die daraus entstehenden, wirksamen Anthrachinon-Derivate die Resorption von Elektrolytenwie Natrium und in Folge auch von Wasser aus dem Darmlumen. Dies führt zu einem stärker wasserhaltigen, weicheren Darminhalt und einer zunehmenden Füllung des Dickdarms. Durch die Dehnung der Darmwand werden Darmbewegungen stimuliert und damit die Darmpassage beschleunigt. Die Wirkung von Sennesblättern und Sennesfrüchten tritt mit einer gewissen Zeitverzögerung von etwa acht bis zwölf Stunden ein. Da die Anthrachinoneder Sennesdrogen in den Urin übergehen können, verfärbt sich dieser eventuell gelb- oder rotbraun.

Wichtig ist es Abführdrogen in moderaten Mengen einzunehmen und nur solange, bis eine Besserung der Beschwerden erreicht wird. Wässriger Durchfall kann ebenso wie krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich Zeichen einer Überdosierung sein. Bei zu großen Mengen und Einnahme von Abführmitteln über einen längeren Zeitraum ist auch einerhöhter Verlust von Kalium möglich, was wiederum zur Darmträgheit beiträgt. Für eine vorübergehende Behandlung stellen die apothekenpflichtigen H&S Abführtee oder H&S Sennesblätter N jedoch eine gute Möglichkeit dar, sich Erleichterung zu verschaffen und den Darm auf sanfte und natürliche Art in Bewegung zu setzen.


Ihr H&S Apotheken-Team

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