Das Wort Diarrhoe entstammt der griechischen Sprache (διάρροια, diárrhoi: aus διά diá =durch und ῥέω rhéō =fließen). Aus dem „Durchfließen“ entstand dann die Krankheitsbezeichnung „Durchfall“. Durchfließen oder Durchfallen beschreiben zutreffend die stark erhöhte Geschwindigkeit, mit der Getränke und Speisen im Fall einer krankheitsbedingten Diarrhoe Magen und Darm passieren. Die Zeit reicht nicht mehr aus, um Speisen einzudicken und Wasser sowie Nährstoffe undwichtige Elektrolyte aus dem Darm in das Kreislaufsystem aufzunehmen. Genau das macht eine anhaltende Diarrhoe auch gefährlich, weil die Zeit für eine reguläre Verdauung nicht ausreicht.

Ursache für einen Durchfall können verdorbene Lebensmittel sein, Giftstoffe, Bakterien oder Viren oder auch Nahrungsbestandteile, die nicht vertragen werden. Ein akuter Durchfall verläuft häufig leicht und heilt ohne weitere Maßnahmenab, wobei jedoch auf eine ausreichende Menge an Trinkflüssigkeit geachtet werden muss. Gut geeignet sind Tees, die wie schwarzer Tee eine größere Menge an adstringierend (zusammenziehend) wirkenden, pflanzlichen Gerbstoffen, sogenannte „Gallotannine“, enthalten. Gerbstoffe reagieren mit Eiweißstoffen auf der Oberfläche der Darmschleimhaut und bilden dadurch eine schützende Schicht, die reizlindernd und sekretionshemmend wirkt, was als „trocknend“ empfunden wird, weil die Wasserdurchlässigkeit durch Haut und Schleimhaut reduziert wird.

Die gerbstoffreichen Blätter der Brombeere (Rubis fruticosus) sind eine gute Alternative zu schwarzem koffeinhaltigen Tee,der häufig zusammen mit salzigem Gebäck wie „Salzletten“ als Hausmittel empfohlen wird. Brombeerblätter enthalten kein Koffein und können deshalb auch in größerer Menge von jüngeren oder kreislaufempfindlichen Personen als Teeaufgussgetrunken werden. Bereits Pfarrer Sebastian Kneipp (1821–1897) empfahl übrigens zum Frühstück Wasser oder koffeinfreie Getränke wie Malzkaffee oder Bromberblättertee, der auch mit Himbeer- oder Erdbeerblättern zu einem delikaten „Haus- und Frühstückstee“ kombiniert werden kann. Die früher ebenfalls bei Durchfall empfohlenen gerbstoffhaltigenTeeaufgüsse mit Galläpfeln, Eichenrinde oder Breitwegerichblättern sind hingegen heute nicht mehr üblich.

Länger andauernder, starker Durchfall, insbesondere wenn er von Blutbeimengungen, Fieber und Darmkrämpfen begleitet sein sollte, bedürfen ärztlicher Behandlung und einer medikamentösen Therapie. Wasser- und Elektrolytverluste könnensehr gefährlich werden und elektrolythaltige Getränke oder Infusionen müssen solange angewendet werden, bis der Durchfall zum Stillstand kommt. Dies betrifft vor allem Säuglinge und kleinere Kinder, aber auch alte Menschen, da diese häufig ein mangelndes Durstempfinden haben und deswegen zu wenig trinken.

Ein Hinweis auf eine Austrocknung oder Exsikkose kann sein, wenn eine frisch „gezogene Hautfalte“ auf dem Handrücken „stehen bleibt“. Wird der Flüssigkeitsmangel nicht behandelt ändern sich die Fließeigenschaften des Blutes, der Blutdruck sinkt und es kommt zu Benommenheit, Schläfrigkeit und Verwirrtheit.

H&S Durchfalltee mit Brombeerblätter ist nicht nur ein koffeinfreier, wohlschmeckender Kräutertee, sondern auch ein natürliches Heilmittel bei leichteren Formen von Durchfall.
Spül- und Gurgellösungen mit Brombeerblätteraufguss können übrigens auch verwendet werden, um leichte Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum zu lindern.


Ihr H&S Apotheken-Team

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