Aus China kommt der gefürchtete Vogelgrippe-Virus H5N1, aber auch gleichzeitig der Gegenwirkstoff dazu. Denn der Ausgangsstoff für das bekannteste Arzneimittel gegen Grippe kommt ebenfalls aus China.

Sternanis (Illicium verum) aus dem Süden Chinas ist in letzter Zeit stark gefragt, da echter Sternanis den Ausgangsstoff Shikimisäure für den pharmazeutischen Wirkstoff Oseltamivir liefert. Dieser Wirkstoff findet z.B. Verwendung im Grippepräparat Tamiflu, das derzeit gegen Grippe eingesetzt wird. Tamiflu blockt das Enzym Neuraminidase, welches für die Vermehrung und Verbreitung der Influenza-Viren eine wichtige Rolle spielt. Aufgrund der aktuellen großen Nachfrage nach Tamiflu werden nun im chinesischen Hinterland fleißig die sternförmigen Früchte gesammelt.

Obwohl die Pharmaindustrie gerne auf im Labor gewonnene Mittel zurückgreift, ist es ihr in diesem Fall bisher nicht gelungen, den Wirkstoff künstlich herzustellen. Dafür ist der Ausgangsstoff Shikimisäure nur in der Fruchthülle des echten Sternanis in so reiner und konzentrierter Form vorhanden, daß es hierzu keine Alternative gibt - Die Natur bietet in ihren Pflanzen eine überraschende Fülle von Wirkstoffen.

Zum Sternanis:

Die Früchte des Sternanis sind rotbraune, holzige Sammelbalgfrüchte. Diese sind sternförmig angeordnet und enthalten einen glänzenden braunen Samen. 1588 brachte ein Seefahrer den Sternanis von den Philippinen mit nach London. Dort wurde der Sternanis wegen seines ätherischen Öls geschätzt und bei Atemwegsbeschwerden und Magenkrämpfen eingesetzt.

Sternanis ist bei uns vor allem aus dem Glühwein und der Weihnachtsbäckerei bekannt, da sein Geschmack und Duft dem des Anis ähnlich sind. Aber auch in Tees findet Sternanis als wohlschmeckende Zutat Verwendung.

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