Sehr geehrter Kunde, sehr geehrte Kundin,

am 13. Februar 2017 berichtete das ZDF in der Sendung WISO zu dem Thema Pyrrolizidinalkaloide (PA) in Baby-Tee. WISO hat 4 unserer H&S Bio Babytees geprüft.
Wir sind sehr froh, dass unsere Maßnahmen, welche wir seit dem Bekanntwerden der PA-Problematik im Jahr 2013 durchführen, um PA-freie Tees anbieten zu können, weitgehend erfolgreich waren. Bei unseren H&S Bio Babytees „Fenchel“ und „Schlaf gut“ wurden keine PA´s nachgewiesen. Anbei erhalten Sie die von WISO veröffentlichte Liste der Ergebnisse. Wir bedauern es sehr, dass bei den überprüften Chargen unserer H&S Bio Babytees „Gutes Bauchgefühl“ und „Atme sanft durch!“ PA´s in Spuren festgestellt wurden. Unser Ziel ist, Babytees ohne PA herzustellen.  

Gerne möchten wir im Folgenden Stellung nehmen:  

Es handelt sich bei PA um natürlich vorkommende Inhaltsstoffe,  die nur in einigen Pflanzenfamilien vorkommen. PA können auch über PA-haltige Kräuter wie Jakobskreuzkraut oder Jakobsgreiskraut oder Sonnenwende in eigentlich PA-freie Kräutertees eingetragen werden.
Deshalb verpflichteten wir schon im Juli 2013 unsere Teelieferanten zur Reduzierung der PA in den Teerohwaren, und führen seit Bekanntwerden der Problematik viele PA-Analysen durch. Diese zeigten, dass sich die Problematik im Wesentlichen auf Kräuter- und Rooibostees beschränkt; Früchtetees sind nicht betroffen.  

Wir haben uns aufgrund der neuen Erkenntnisse zum Ziel gesetzt, die PA-Gehalte in unseren H&S-Kräutertees für Erwachsene und Bio Baby- und Kindertees soweit wie möglich zu reduzieren und haben daher unsere Eingangskontrollen verschärft. Bei unseren Baby- und Kindertees wird vor einer Abpackung jede Charge u. a. auf PA überprüft.
Zudem haben wir unsere Rezepturen aller Bio Baby-Kindertees umgestellt und ganz neue Produkte produziert, die uns rückstandsarme Tees ermöglichen.  

Da aber nicht alle Säcke eines Kräutertees vor Abfüllung einer Kontrolle unterzogen werden können, sondern Überprüfungen stichprobenweise stattfinden, müssen vor allem Anbau-, Sammel- und Erntemethoden der Kräuter verbessert werden, um den Eintrag von PA über unerwünschte Beikräuter in Kräutertees von Anfang an zu reduzieren bzw. möglichst gänzlich zu vermeiden.  Als Lebensmittel- und Arzneimittelteehersteller sind wir und weitere Lebensmittel- und Phytopharmaka-produzierende Firmen in intensiver Diskussion mit verschiedenen Verbänden sowie mit den Teelieferanten.  

Seit Bekanntwerden der Problematik wurden und werden viele PA-Analysen durchgeführt. Die Zuverlässigkeit der Analysenergebnisse verschiedener Laboratorien wurde letzten Jahres überprüft; wichtig ist dabei, dass alle Laboratorien zu vergleichbaren Ergebnissen kommen. Wir möchten dies beispielhaft an unserem H&S-Tee „Gutes Bauchgefühl“ aufgreifen. Wir haben die für die Fertigwarencharge 608986 verwendete Teecharge vor der Abpackung auf PA überprüft. Uns liegt das Analysenergebnis von einem unabhängigen, akkreditierten Labor vor, welches eine sehr große Erfahrung in der PA-Analytik aufweisen kann und auch an der letztjährigen Laborvergleichsuntersuchung teilgenommen hat: nach unserer Analyse wurde ein PA-Gehalt von 0 µg/kg ermittelt. Das veranlasste uns, die Charge freizugeben. WISO informierte dagegen, dass deren Labor einen PA-Gehalt von 12 µg/kg festgestellt hat.  

Neben der Vergleichbarkeit der Labore sind auch die Bestimmungsgrenzen von Relevanz. Die Bestimmungsgrenzen konnten im Laufe der letzten 12 Monate weiter gesenkt werden, da die Analytik immer genauer wird. Die Bestimmungsgrenzen der uns bekannten akkreditierten Laboratorien betragen zum jetzigen Stand 10 µg/kg, und selbst bei diesem Wert muß noch die Meßtoleranz berücksichtigt werden.
Erst seit dem Jahr 2013 ist es möglich, PA in solch niedrigen Bereichen überhaupt nachweisen zu können. Die bis zu diesem Zeitpunkt auch bereits vorkommenden PA konnten also schlichtweg nicht nachgewiesen werden.
Bei den Analysenergebnissen von WISO sind uns die sehr geringen Bestimmungsgrenzen aufgefallen. Bei allen Substanzen betragen diese < 5 µg/kg. Es erstaunt uns doch etwas, dass in einem so niedrigen Bereich verlässlich und repräsentativ gemessen werden kann. WISO teilte mit, dass bei unserem H&S-Tee „Atme sanft durch!“ 3 Substanzen mit 13, 6 und 11 µg/kg nachgewiesen wurden. Somit wurden 3 Einzelsubstanzen nachgewiesen, welche alle mit Gehalten im extrem niedrigen Spurenbereich liegen. Im Übrigen zu Ihrer wichtigen Information haben wir auch zu der Mischung „Atme sanft durch!“ vor Monaten eine Rezepturumstellung veranlasst, so dass bald eine neue Mischung auf dem Markt angeboten werden wird, die die alte ersetzt.  

Derzeit gibt es noch keinen festgelegten, einzuhaltenden Grenzwert. Wir orientieren uns deshalb bei unseren Lebensmitteltees an dem Eingriffswert des ALB (deutsche Arbeitsgruppe „Lebensmittel, Bedarfsgegenstände, Wein und Kosmetika“ der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz). Danach werden bis zu 160 µg PA/kg bei Kräutertees als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Die von WISO angegebenen Werte liegen mit 12 bzw. 30 µg PA/kg Tee deutlich unter dem Eingriffswert des ALB.

Diese Werte liegen auch deutlich unter dem von der Lebensmittelüberwachung festgelegten Gehalt, bei dem eine Gesundheitsgefährdung möglich ist (Health Based Guidance Value HBGV); ausgehend von einem Körpergewicht von 3,5 kg entspricht das 0,35 µg PA. Unsere Tees liegen mit 2 Teebeuteln pro Tag mit 0,048 µg PA („Gutes Bauchgefühl“) und 0,072 µg PA („Atme sanft durch!“) deutlich darunter. Die Gehalte unserer Produkte halten somit den Eingriffswert nach ALB und die Höchstgrenze nach HBGV ein.
Über die endgültige Festlegung eines Grenzwertes in Deutschland diskutieren derzeit intensiv die Behörden ebenso wie der Teeverband.    

Die PA- Problematik ist sehr wichtig und gleichzeitig schwierig zu lösen. Wir und unsere Teelieferanten führen zur PA- Problematik seit dem Bekanntwerden im Juli 2013 eine Vielzahl von Maßnahmen durch. Es gab u. E. in den letzten 10 Jahren kein Qualitätsproblem, an dem so intensiv gearbeitet wurde wie am Thema PA. Dies betrifft die Firma H&S, unsere Teelieferanten und auch die gesamte Teebranche mit deren Verbänden.    

In unserer Firma und in 3 Facharbeitskreisen wird seit 3 Jahren intensiv an folgenden Lösungen bzw. Maßnahmen gearbeitet:

1) Vermeiden des Wachstums PA- haltiger Beikräuter auf den Feldern;
2) Entfernen PA- haltiger Beikräuter vor der Ernte;
3) Neue Erntetechniken, die Beikräuter nicht bzw. in kleinerer Menge erfassen;
4) Automatische Ausleseverfahren, bei denen unerwünschte Beikräuter durch Fotografie oder durch Laser erkannt und abgetrennt werden;
5) 2 große Datenbanken, in die zahlreiche Teefirmen PA-Analysedaten eingeben, und deren statisti-sche Auswertung das Risiko bezogen auf Teesorten, Ursprungsländer und Beikräutersorten zeigt;
6) Entwicklung eines „Code of Practice to Prevent and Reduce Pyrrolizidine Alkaloid Contamination in Raw Materials for Tea and Herbal infusions (HI)“ zur Vermeidungs- und Minimierungsstrategie von PA-haltigen Unkräutern;
7) Verbesserung der Analysenmethode des BfR zur Erfassung der PA-Spuren (Anmerkung: wie oben bereits erwähnt ist die Analytik sehr kompliziert, und die Gefahr ist groß, störende Substanzen als PA zu erfassen, obwohl es keine sind);
8) Durchführung von Forschungsprojekten, bei denen auf dem Feld und in Labors Pflanzenspezialisten und Analysespezialisten an den genannten Fragestellungen forschen;
9) Durchführung von Rezepturänderungen risikoreicher Produkte.

Diese genannten Maßnahmen führten schon 2014 zu einer deutlichen Reduzierung der PA- Gehalte in den betroffenen Teesorten, und 2015 und 2016 zu einer weiteren Reduzierung.
Wir hoffen, dass diese Stellungnahme dazu beiträgt, aufzuzeigen, dass wir die PA-Problematik sehr ernst nehmen. Wir versichern Ihnen, dass wir nur qualitativ hochwertige und sichere Tees herstellen, die allen gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Alle Produktionsschritte im Unternehmen unterliegen strengen Kontrollen; neben den GMP-Anforderungen ist unser Qualitätssicherungssystem nach dem internationalen Standard IFS zertifiziert und HACCP-geprüft.  

Unsere Stellungnahme, welche wir WISO nach deren Bekanntmachung zukommen ließen und welche auf deren Homepage veröffentlicht wurde, wurde leider nicht berücksichtigt. Auch wurde nicht darauf hingewiesen, dass die PA´s, welche WISO in 2 unserer 4 Babytees gefunden hat, in einem Spurenbereich liegen, welche eine Gesundheitsgefährdung – auch für Babys – ausschließen läßt.    

Für weitere Fragen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.              

Mit freundlichen Grüßen
H&S Tee- Gesellschaft mbH

i. V. M. Freytag                                                               i. A. Dr. C. Weishaar
Leiter Qualitätssicherung                                                Qualitätssicherung/ Herstellung  

 

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